Australien
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Heute in 20 Jahren
wirst Du mehr enttäuscht sein
über die Dinge,
die Du versäumt hast,
als über die, die Du getan hast.
Also mach die Leinen los,
verlass den sicheren Hafen,
fang den Fahrtwind
in Deinen Segeln.
Forsche. Träume. Entdecke.
Mark Twain
 
Turtle kommt nach Hause
Nun ist das Ende der Reise in Südamerika gekommen. Wir haben ein nettes kleines Air BnB in San Antonio gefunden. Das nette Pärchen hat uns ein schönes Zuhause bereitet für die letzten Tage in Chile. Wir durften nochmals einen Einblick in das aktive Leben der Chilenen bekommen. Es gab sehr viele Hintergrund Informationen wie sich das Leben aktuell in Chile in der «stürmischen» Phase anfühlt.

Ich habe in den Ländern; die ich bereisen durfte, ungewollt viele Eindrücke in die politischen Situationen bekommen. Es war immer eine sehr interessante Zeit. 😊

Auch durften wir in dieser Unterkunft unser Turtle auf die lange Schiffsreise vorbereiten. Es gab jede Menge zu putzen und putzen und, ratet einmal? Einfach nur putzen. Um die Quarantäne Bestimmungen in Australien zu bestehen (wenn überhaupt Möglich) darf an dem Auto keine Erde haften, weder aussen, noch im Motor oder sonstwo. Natürlich haben wir das Auto das eine oder andermal im Schlamm versenkt, vom Staub ganz zu schweigen. Den findet man ja in jedem Spalt. Und davon hat unser Turtle ja einige.

Ich durfte x-mal das Auto abspritzen, danach unter das Auto kriechen und kontrollieren in welchen Ecken noch Erde zu finden ist. Das Auto hat ja sehr viele Ecken und Kanten, ist richtig Charakter voll. Also den Dreck herauskratzen und wieder abspritzen. Und nicht zu vergessen, der Dreck legt sich auch gerne hinter die Fenster- und Türendichtungen. Also ausbauen, putzen und mit viel Silikon geschmeidig machen. Den Motor zu reinigen haben wir in Auftrag gegeben. Danach glänzte alles dank Literweise Silikon. Unser Turtle wurde zu einer richtigen Silikon Diva. 😊 Aber eigentlich steht ihr die rote Farbe der Erde schon besser.

Nun geht für unser Turtle die Sonne in Südamerika unter, und hoffentlich bald wieder in Australien auf.

Ich bin gespannt wie sich das Turtelchen in der Quarantäne in Melbourne dann so macht. Hierzu demnächst mehr.

 

 

 

 
whalewatching

Auf unserem Weg der Küste entlang sind wir an einem herrlichen Morgen auf ein kleines Dörfchen gestossen: Caleta chañara de aceitunol, gleich gegenüber einer der Inseln, die geschützt sind der Fauna wegen. Auf diesen Inseln können Humboldtpinguine beobachteet werden.

Kurz bevor wir im Dörfchen angekommen sind, haben wir bemerkt, dass unser Hinterreifen etwas flach aussieht, sodass unsere erste Tat im Dörfchen dann doch war das Rad zu wechseln. Während Markus zwischenzeitlich sehr routiniert und gekonnt diesen Wechsel vornimmt besteht meine Aufgabe darin die Schaulustigen drumherum etwas zu unterhalten. Meistens sind es natürlich Männer, die sich gerne über Pneus und die Welt unterhalten möchten. Dieses Mal wurden wir aber gleich zu einer Flasche Wein eingeladen. Somit haben wir dann zu dritt auf dem Dorfplatz eine Flasche Wein entkorkt und gleich leergetrunken. Dabei durften wir die Geschichten vom Fischer und seinen Bekanntschaften mit früheren Reisenden aus der Schweiz in allen Kleinigkeiten kennenlernen. Am Dorfstrank etwa 2 Kilometer nördlich vom Dorf haben wir dann unser Nachtlager aufgeschlagen.

Bei einem Spaziergang durch die Bucht haben wir am späten Nachmittag wahnsinnig viele Walfontänen sehen können, sodass wir vermutet haben, dass viele Wale in der Bucht nach Nahrung suchen. Dies hat uns den spontanen Entschluss fassen lassen am nächsten Tag einen Bootsausflug zur Insel machen zu lassen. Wir sind dann am mit "Turismos orca" rausgefahren. Der Morgen war zwar recht bewölkt, aber wir wurden mit vielen Tiersichtungen beglückt. Sehr viele Finnwale waren in der Bucht, wir haben mindestens 30 gezählt. Immer wieder waren wir von ihren Fontänen umzingelt. Wir hatten auch das Glück einen Buckelwal begleitet von einem Jungen zu sehen. Wunderschön. 

Entlang der geschützten Insel (isla chañaral) konnten wir neben den Pinguinen auch verschiedene Vögel und viele Seehunde beobachten. Sogar einen kleinen Meeresotter haben wir zu Gesicht bekommen. 

mich bringts nichts aus der Ruhe!:

komm Kleines, heute gehen wir Fische holen!:

aber das Kleine sieht nicht ganz glücklich dabei aus:

*gääääähhhnn*:

Weit oben auf der Insel eine kleine Pinguinkolonie unterwegs:

nach gut zwei Stunden, die aber im Nu vergangen sind, weil wir immer von links nach rechts und wieder nach links schauten mussten war Zeit um wieder zurückzufahren. Dazu hatten wir gar keine Lust, wir hätten noch Stunden lang uns hier im Boot treiben lasssen und noch mehr Wale zählen. Aber wir hatten wieder Glück kurz vor der Bucht finden wir noch Delfine. Eine Schule Rundkopfdelfine tummelt sich in der Nachbarsbucht. Diese Delfine sind sehr kräftig und wie alle Delfine sehr verspielt. Sie haben eine tolle Show geboten. Wir waren überwältigt. 

pflatsch!

und nochmals!

 

Der kurze Ausflug mit dem kleinen Boot hat uns sehr gefallen. Danke liebe Delfine für die tolle Show!

 
Auf der Suche nach den Chinchillas

im Dörfchen Huasco sind die Seehunde auf der Jagd nach Fischabfall von den Fischern

sie schwimmen unter dem Steg hin und her und geben lustige Fotomotive

die Pelikane stehen den Seehunden in nichts nach:

unterwegs in Richtung Landesinnern:

Untewegs haben wir noch versucht Chinchillas zu sehen, was aber ausserordentlich schwierig ist, da diese Tierchen sehr scheu und nachtaktiv sind. Diese kleinen süssen Nagetiere wurden früher fast ausgerottet wegen ihrem feinen Fell. Es gibt die Langschwanz- und die Kurzschwanz-Chinchillas. Hier im nördlichen Chile sind die Langschwanz-Chinchillas heimisch auf einer Höhe von 400-1650 Meter. Im Naturschutzgebiet «la Reserva Nacional las Chinchillas» konnten wir sogar im Nocturama einige dieser Exemplare sehen. Das Naturschutzgebiet bietet Schutz für die letzten Kolonien der Langschwanz-Chinchillas. Es soll hier etwa 12000 Exemplare haben. Wieso müssen wir Menschen eigentlich immer gezwungen werden unsere Umwelt zu schützen? Wieso schaffen wir es nur das zu schützen wozu wir gezwungen werden. Und dies ja auch nur bedingt, denn es finden sich immer Schlupflöcher, die weiteren Raubbau ermöglichen.

Chinchillas konnten wir draussen nicht sehen, aber Füchse schon

 
Die Nordküste Chiles

Nach der langen Zeit in den Bergen und in der Wüste haben wir uns nach dem Meer gesehnt. Die ersten Tage am pazifischen Ozean im Norden Chiles waren wunderbar. Viel Sonne, eine wilde Küste und kaum Leute. Nur immer wieder Einheimische, die nach Algen suchen und sammeln. Diese werden zum Trocknen an den Strand gelegt, gebündelt und dann mit einem Lastwagen abgeholt. Die Algen werden vor allem für die Kosmetikindustrie benutzt, als «Superfood» und auch als Tierfutter. Viele Fischer haben ihre Tätigkeit nun etwas umgestellt, statt fischen zu gehen, sammeln sie diese verschiedenen Algen, womit sie kurzfristig viel mehr verdienen. Statt mit Fischernetzen sind sie jetzt im Neoprenanzug unterwegs. Langfristig scheint jedoch diese «Entalgung» des Meeres wohl auch ein grösseres Problem zu werden. Aber auch die Meeresfrüchte wurden an vielen Stellen praktisch leergeräumt. Erstaunlicherweise (wenigstens für uns, vielleicht ist das Allgemeinwissen, das wir verspasst haben) gibt es hier an der Küste in den kleinen Fischerdörfern sehr viele Taucher, die nach diesen Meeresfrüchten tauchen. Sie haben Neoprenanzüge, tauchen mit normaler Luft ab und halten sich mässig an die wichtigen Grundregeln des Tauchens. Dementsprechend trifft man hier doch einige Leute an, die nicht ganz so alt sind wie sie aussehen. Viele haben wohl auf ihren Tauchgängen einige Sauerstoffmoleküle zu wenig abbekommen. Wir haben in einem kleinen Restaurant mit dem Besitzer gesprochen, welcher eben solch ein Taucher ist. Er war auch schon in der Druckkammer im nächstgrösseren Städtchen! Es ist schon eindrücklich, für eine Tauchstunde als open water diver bei PADI musst man zunächst 10 Tage Schulung absolvieren, obwohl man dann immer von einem Tauchlehrer begleitet wird, der mit seiner Uhr hinter dir steht und dich anleitet. Und hier springen die Männer ohne jegliche Schulung ins kalte Wasser und riskieren täglich ihr Leben für ihren Lebensunterhalt.

Die nächsten paar Tage haben wir dieses spezielle Mikroklima hier an der Küste kennengelernt. Irgendwie sitzt über diesem Teil der Küste eine ständige graue Wolke, die einem aufs Gemüt schlägt. Kaum 10 Kilometer im Landesinnern scheint die Sonne mit voller Kraft und lässt die Küstenwüste entstehen. An vielen Orten hat es schon seit Jahrzehnten nicht mehr geregnet. Wir haben somit abwechslungsweise Tage an der Küste und Tage im Landesinnernverbracht. Dort gibt es mitten in der Wüste in den grösseren Tälern grüne Oasen, welche von grösseren Flüssen gespeist werden. Das Huasco-Tal, wo Olivenbäume gedeihen, das Elqui-Tal wo der berühmte Pisco entsteht. Der Pisco ist eigentlich ein Schnaps aus bestimmten Trauben, der hier im Norden Chiles destilliert wird. Lustigerweise streiten die Länder Chile und Peru heute noch darüber das ausschliessliche Recht zu haben ein Getränk namens Pisco herzustellen. Es war sogar Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Gemäss den Chilenen hätten sie gewonnen. Das Destillat darf sich nur «Pisco» nennen, wenn es hier im Norden Chiles entstanden ist. Ganze 5 Täler haben das Recht den Pisco zu produzieren. Ist ja lustig mit was sich Juristen alles rumschlagen müssen! Der Pisco ist auch die Basis für den feinen Pisco sour, ein Cocktail aus drei Teilen (Pisco, Limettensaft oder Zuckersirup und Eiklar).

die farbigen Berge am Ende des Huasco-Tales:

die ganze Insel einnehmend:

chilenische Pelikane warten geduldig auf die Rückkehr der Fischer - vielleicht ist auch für sie was dabei!

 

 
Back to Chile

In Ollagüe sind wir über die Grenze von Bolivien nach Chile. Immer noch im Altiplano erstaunt es uns nicht, dass die Landschaft der in Bolivien sehr ähnelt. Nur, dass hier sofort nach der Grenze die Strassen geteert sind. Und…ich glaube in Chile gibt’s die Strassenschilder 3 für 1, denn hier kann man die Landschaft vor lauter Strassenschilder gar nicht sehen. Wir fahren an grossen und kleinen Lagunen vorbei. Viele von ihnen voller Flamingos. Auch hier gibt es dieselben 3 Arten wie in Bolivien. Die Vulkane drumherum alle weit über 6000 Meter hoch. Alle paar Kilometer begegnen wir einer Herde Vicuñas, die gemütlich grasen. Auch Salzseen gibt es hier. Der grösste Salzsee in Chile ist der Atacama Salzsee. Auf dem Weg nach San Pedro de Atacama kommen wir in dieser Wüste auch an kleinen grünen Oasen vorbei, die sich plötzlich und unverhofft in kleinen Tälern zeigen. Hier sind kleine Dörfer entstanden am Lauf der Flüsse. Links und rechts vom Fluss wird Landwirtschaft betrieben. Unglaublich, dass sowas in einer Wüste entstehen kann. Wir werden weiter südlich noch einige solche Täler finden. Das eine ist das Huasco-Tal, wo Oliven und Reben gedeihen und das Grösste ist das Elqui-Tal hinter der Stadt La Serena. In beiden Täler werden die Reben für den bekannten Pisco kultiviert. Anscheinend darf sich nur der hier in diesen zwei Tälern destillierte «Schnaps» Pisco nennen. Der bekannte chilenische Pisco sour wird mit diesem Destillat gemixt. Wir lieben Pisco sour! Der Pisco selber ist relativ hochprozentig und nur nach 12 Jahren im Barrique-Fass lässt sich dieser trinken, ohne dass er Brandblasen auf der Schleimhaut hinterlässt. Die vielen Sonnenstunden lassen die Trauben sehr süss werden, sodass hier der «Pajerete»-Wein entsteht. Wir haben den Wein von «Don Julio» degustiert. Der Wein von Tarija hat uns mehr gemundet. Auch hier im chilenischen Altiplano gibt es Geysiere, die man besuchen kann: El Tatio. Aber diese sind dermassen touristisch, dass wir sie links liegen gelassen haben. Wir sind direkt nach San Pedro de Atacama gefahren. Dieses kleine Dorf in dieser riesigen Wüste hat sich voll und ganz auf Touristen eingestellt. Wir haben in den letzten 10 Monaten eigentlich sehr wenig Reisende angetroffen, denn es hat sich so ergeben, dass wir etwas entgegengesetzt dem Besucherstrom gereist sind. Aber alle die, die wir verpasst haben, sind uns jetzt hier in San Pedro de Atacama begegnet. Obwohl das Dörfchen ziemlich schön ist mit seiner Fussgängerzone, den vielen kleinen Restaurants und der guten Infrastruktur haben wir bereits nach 1 Tag genug. Wir haben auch nicht die vielen Touristenattraktionen besucht, denn hier muss man für alles bezahlen, was wir in den letzten 3 Wochen umsonst und unberührt anschauen konnten. Bei einer Tankstelle haben wir bei einem feinen Kaffee vor der Weiterfahrt noch bei gutem WiFi einige Bücher heruntergeladen, als ein Junger Backpacker reinkommt und fragt, ob wir englisch sprechen. Unser «ja» hat dazu geführt, dass unsere Pläne wieder einmal bereits um 11:00 morgens auf den Kopf gestellt werden. Er hat zusammen mit Freunden ein Toyota Hilux gemietet und ist auf dem Weg zu einer Lagune auf 4000 Meter im Sand stecken geblieben. Na gut, wenn es denn sein muss. Wir helfen ja gerne. Es stellt sich heraus, dass Robin aus Frankreich kommt, aber Australien liebt. Er hat die letzten paar Jahre dort verbracht, sodass die Stunde, die es braucht um zu seinem Auto zu gelangen im Flug vergeht. Hmmm, dass er im Sand steckt ist ja kein Problem. Da können wir ihn ohne grosse Anstrengung rausziehen, dass wir ihn dann aber auf über 4000 Meter Höhe auch noch den Berg hochziehen müssen, da er kein 4x4 an seinem Auto hat, wird zu einer grösseren Herausforderung. Unser turtle kommt ganz schön ins Schwitzen, und wir auch. Nach mehr als 3 Stunden haben wir es geschafft! Und Robin ist froh, dass er das Auto nicht von der Vermieterfirma für einen horenten Preis abholen lassen muss. Wir fahren dann mit Sonnenbrand an der Nase, einigen Kilos Sand in den Schuhen und ziemlich verschwitztem Körper zurück nach San Pedro. Wir dürfen zur Belohnung die Dusche im Robins Hostel benutzen und werden von der Clique zum Nachtessen eingeladen. Zur Feier des Tages gibt es natürlich einen feinen Pisco sour!

Lagunen über Lagunen:

süsses kleines Lama:

Flamingos überall:

grüne Oase in der Wüste:

Vicuñas:

red rocks:

 

harte Arbeit auf über 4000 Meter Höhe:

 
Feliz Navidad aus Chile

 

Feliz Navidad - Merry x-mas - Frohe Festtage!

 
zurück nach Santa Cruz

Nach Tupiza fahren wir nach Tarija und dann alles der Teerstrasse entlang nach Santa Cruz. Gemäss den Medien sollte Santa Cruz nun gut erreichbar sein. Als wir in Tarija sind, gibt uns Christopher auch Bescheid, dass TNT die Stossdämpfer, welche schon fast seit einem Monat in Santa Cruz auf das Ende des Streiks gewartet haben, geliefert wurden. Juhu zwei Tage später können wir unsere Stossdämpfer in Empfang nehmen. Markus freut sich, denn das Dach ohne Stossdämpfer jeden Tag anheben und runterziehen ist echt mühsam. Zum Glück passen die Stossdämpfer wie angegossen. Wir hoffen, dass dieses Pärchen ein wenig länger hält, als die Vorgänger. Nach einem kurzen Abstecher nach Samaipata, wo wir wieder eine Nacht bei Otto übernachten, geht’s am nächsten Tag weiter Richtung dem riesigen Salzsee von Uyuni. Eigentlich wollten wir zunächst nach Torotoro, wo man grosse Höhlensysteme sehen kann. Dies liegt jedoch knapp südlich von Cochabamba, was eine der Hochburg von Evo Morales-Anhänger sind. Diese sind nach wir vor daran die Städte Cochabamba und La Paz zu blockieren. Wir schaffen es nicht nach Torotoro zu kommen, denn sowohl die Hauptstrassen wie auch die Bergwege sind blockiert. Und im Gegensatz zur Opposition lassen diese nicht mit sich reden. Sie hassen «Gringos», was sie uns ziemlich klar zu verstehen geben. Na, gut, wenn wir nicht willkommen sind, dann möchten wir nicht stören. Wir ändern unsere Pläne – dies hier in Bolivien bestimmt erst zum hundersten Mal! – und fahren eben über Sucre nach Oruru und dann über den nördlichen Eingang zum Salar de Uyuni. Dies ist wirklich, wirklich eine unwirkliche Gegend. Scheinbar der grösste Salzsee der Welt, auch wieder so auf 3600 Meter Höhe. Da er jetzt schön trocken ist, kann ich Markus überzeugen darüber zu fahren. Wir fahren mehr als zwei Stunden über Salz, ohne dass wir jemandem begegnen. Am anderen Ende des Salzsees wird das Auto gründlich gewaschen, denn Rost mag unser Turtle nicht. So nun ist unsere Bolivienreise wirklich zu Ende. Häufig haben wir in den letzten Wochen daran gedacht die Grenze nach Chile oder nach Argentinien frühzeitig zu nehmen, und doch haben wir es nicht gemacht. Wir sind froh darüber. Das Land Bolivien ist ein wunderschönes, abwechslungsreiches Land voller Natur. Die Leute waren meistens nett zu uns, auch, wenn sie viel unnahbarer sind als zum Beispiel die Leute in Paraguay oder in Argentinien. Danke Bolivien für diese schönen Wochen! Wir wünschen dem Land und den Bolivianer eine politische Stabilität, in der eine Weiterentwicklung möglich ist!

immer wieder treffen wir lustige Lamas unterwegs:

lustige viscchas (aus der Familie der Chinchillas):

eine der coolen Strassen in den Anden:

wer findet den Markus??:

das Dorf  Maragua, welches in einem Krater liegt:

unterwegs zum Salar de Uyuni mit dem Vulkan Tunupa im Hintergrund:

auf dem Salar:

 

 
Die Lagunenroute

Nun geht`s los an die sogenannte Lagunenroute. Die erste Nacht verbringen wir in der Nähe des Miradors Vulcàn Ollagüe bei starkem Wind und eisiger Kälte. Wir sind auf über 4000 Meter Höhe, da wird’s auch im südlichen Frühling nachts eisig kalt. Aber immerhin ist das Wasser am Morgen nicht gefroren, somit war die Temperatur wahrscheinlich nicht unter 0! Der nächtliche Sternenhimmel hier in dieser Wüste ohne Fremdlichter ist unglaublich. Wegen der Kälte halten wir es draussen nicht lange aus um ihn zu bewundern. Wir sind umgeben von verschiedenen Vulkanen, alle zwischen 5000 und 6000 Meter hoch. Der Vulkan Ollagüe ist der einzige aktive Vulkan, den Bolivien hat. Er ist auch gleichzeitig ein Grenzstein zu Chile. Am nächsten Morgen fahren wir gleich zur ersten Lagune, wo uns viele Flamingos willkommen heissen. Die Laguna Cañapa ist relativ klein, aber da es unsere erste Lagune ist, fasziniert sie uns mit den vielen Flamingos drauf. Danach folgt die Laguna Hedionda und die Laguna Chiar Khota, wo wir eine längere Kaffeepause machen. Die Farben der Lagunen mit den pinkigen Flamingos drauf, die karge Vulkanlandschaft und der blaue Himmel bieten eine kontrastreiche Sicht, die uns fasziniert. Dieses Hochplateau der Anden ist eine karge Wüste auf über 4000 Meter Höhe. Das bolivianische Plateau geht in Chile über in die Atacamawüste und in Argentinien in die Puna. Die Luft hier oben ist sehr «dünn», sprich lange Märsche gehen nur in slow motion, und dabei tönt unsere Atmung wie eine Dampfmaschine. Glücklicherweise haben wir aber auf dieser Höhe keine grösseren Probleme. Lediglich die trockene Luft macht uns nachts etwas zu schaffen. Wir erwachen mit trockenen Schleimhäuten und mit unheimlichem Durst. Die nächtliche Kälte lässt sich im Schlafsack gut aushalten, und die morgendliche Sonne wärmt uns schnell auf. Tagsüber geniessen wir sogar T-shirt-Temperaturen. An der Laguna Colorada lernen wir sogar einiges über die verschiedenen Flamingos. Es gibt 3 verschiedene Arten, die hier in den Lagunen leben und geschützt werden. Der andine, der chilenische und der James Flamingo. Sie unterscheiden sich in Grösse und in der Farbe des Schnabels und der Beine. Die Laguna Colorada schimmert pink-rosa wegen der Algen, die hier vorkommen. Hier bleiben wir nicht lange, denn mehr als andere 10 Landcruiser stehen auf dem Parkplatz und warten auf die Touristen, die um den See laufen. Tours, die aus Uyuni, Tupiza oder aus dem chilenischen San Pedro de Atacama aus starken möchten alle hier den Sonnenuntergang geniessen. Wir suchen uns etwas später einen gemütlichen Campingplatz in einem wunderschönen Canyon. Die Nacht ist wunderbar ruhig, und der Himmel wieder sternenklar. Am nächsten Tag erwarten uns weitere spannende Dinge, zunächst kommen wir an einem kleinen Geysirfeld vorbei, wo es dampft und kocht. Prächtige Farben umgeben diese Zone. Einige Kilometer später können wir herrlich alleine an einer heissen Quelle baden. Ein kleines Becken gerade neben der Lagune voller Flamingos wärmt unsere Geister auf. Das Wasser ist sicherlich so um 45 Grad. Herrlich. Die letzte Etappe der Lagunenroute ist die Laguna verde, gleich neben der Laguna blanca und zu Fusse des Vulkans Licancabur, welcher 5920 Meter hoch ist. Es gibt auch einen Trail zum Vulkan hoch, wo man einen Kratersee bewundern kann. Davon haben wir gelesen und gehört. Gesehen haben wir ihn nicht, denn das Laufen auf dieser Höhe lässt einem ziemlich aus der Puste kommen. Unser Schlafplatz mit Sicht auf die Laguna verde ist wunderbar. Der Name kommt daher, dass diese Lagune wegen dem hohen Asbestgehalt im Sonnenlicht grün schimmert. Am nächsten Tag ist es leider sehr bewölkt, sodass wir die grüne Farbe der Lagune nur erahnen könnenn. Eigentlich hätten wir hinter der Laguna verde gleich über die Grenze nach Chile fahren können und wären dann sofort bei San Pedro de Atacama. Wir müssen aber ja immer noch unsere von Australien bestellte Stossdämpfer in Santa Cruz abholen, sodass dies keine Option für uns ist. Wir fahren wieder langsam über die Berge nach Tupiza, wo uns sogar auf etwa 5000 Meter Höhe noch der Schnee einholt.

die Flamingos faszinieren uns - sie stehen übrigens kaum auf einem Bein!:

Lagune um Lagune voller Flamingos:

Kaffeepause bei der Laguna:

Die Die Geysire in sicht:

Geysir aus der Nähe:

wunderschöner Platz mit Sicht auf  die Laguna verde:

 und noch mehr Flamingos:

eine weitere Lagune:

Laguna Kara:

 

 
Samaipata

Auf unserem Weg um die Strassenblockaden sind wir nach einer Woche in Samaipata angekommen, ein kleines Dorf in der Hügellandschaft hinter Santa Cruz. Hier ist das Wetter nicht mehr tropisch, sondern angenehm mediterran, weshalb die Einwohner von Santa Cruz gerne ihre Wochenenden und ihre Feiertage hier verbringen. Davon und von den vielen Touristen lebt das Dorf. Hier fühlt man sich nicht wirklich in Bolivien, sondern halt in einem typischen Feriendörfchen. Es gibt ein Pub mit internationalen Drinks und Musik, einige Pizzerias, nette Cafès und sogar ein veganes Cafè! Auf der Suche nach einem sicheren Plätzchen zum Campen sind wir bei Aida und Otto gelandet. Das Anwesen gehört Otto`s Familie und hat einen wunderbaren Garten drumherum, wo man als Overlander stehen kann. Das Bad und die Küche darf man mitbenutzen. Da die aktuelle politische Lage im Land einen normalen Alltag nicht zulässt, verbringen wir hier wunderbare Tage mit Aida und Otto, die ja nicht arbeiten können, und somit die ganzen Tage zuhause sind. Auch auf dem Anwesen campen Silvia und Oscar, die aus Tarragona (Spanien) sind und als Backpacker ebenfalls hier gestrandet sind. Am ersten Abend gibt’s sogar Karaoke. O mein Gott! Otto und Aida singen wunderschön alle spanischen Balladen, die sie kennen, und Oscar singt zwar nicht so perfekt, kann sich jedoch voller Inbrunst ins Zeug setzen. Der Abend macht Spass, auch wenn Markus und ich Karaoke hassen, und wir uns deshalb geweigert haben zu singen. Die nächsten Abende haben wir gemütlich zusammen spanische und bolivianische Spezialitäten gekocht, und Otto hat uns jeweils über die politische Lage informiert. Nach eine Woche haben wir es nicht mehr ausgehalten in dem Dörfchen, wo ja alle Strassen gesperrt waren. Am Wochenende haben wir uns entschlossen zwar die Hauptstrassen zu meiden, aber die hinter Samaipata gelegenen Berge zu erkunden. Dort kann man dem Che Guevarra Weg entlang fahren, und etwas über den berühmten argentinischen Arzt und Revolutinär erfahren. Hier in den Bergen wurde er 1967 exekutiert. Eine damals 20-jährige Dame hat ihm das letzte Mahl gebracht – sopa den manì – die nun 72-jährige Besitzerin eines kleinen Kioskes in La Higuera erinnert sich gerne daran, wenn Touristen vorbeischauen.

Los Volcanes auf dem Weg nach Samaipata:

riesiege Statue von Che im winzigen Dorf von La Higuera:

 
Bolivien oder wie die Politik einem einen Strich durch die Rechnung machen kann

Ich weiss gar nicht mehr wo ich anfangen soll zu schreiben. Wir sind nun schon etwa seit 6 Wochen in Bolivien. 6 Wochen voller Pläne, die uns durch die politische Lage im Land etwas durchkreuzt wurden. 6 Wochen voller wunderbarer Natur, 6 Wochen voller interessanter Begegnungen, 6 Wochen voller Suche nach einer neuen Rute.

Vom Pantanal aus sind wir über die Grenze Brasilien/Bolivien in Corumbà durchgefahren. Wir waren darauf vorbereitet, dass die Grenzabfertigung in Bolivien etwas anders abläuft, als in den anderen Ländern hier in Südamerika. Zunächst haben wir unsere Pässe präsentiert und unkompliziert einen Stempel bekommen, jedoch leider nur für 30 Tage. Mit der jungen Dame am Schalter war kein Verhandeln möglich, eigentlich hätten wir hier auch gerne 90 Tage erhalten, sodass wir nicht ständig Angst haben müssen, das Datum zu verpassen einen neuen Stempel zu bekommen. Die Dame war freundlich aber strikt. Na gut! Da wir nur 30 Tage erhalten haben, wollte uns das andere Arbeitspärchen, welches zuständig war für die Einreise des Autos auch nur 30 Tage geben. Die zwei Beamte waren sehr nett, aber doch wie erwartet etwas umständlich. Beide sassen gemütlich hier einem sehr neuen Schalter mit Computer, TV und sehr vielen neugedruckten Flyer über Zollbestimmungen Boliviens. Trotz dieser perfekten digitalen Einbindung mussten wir eine Kopie unseres Passes bringen mit dem eben gerade erworbenen Stempel und eine Kopie der Autoregistration. Wo diese abgelegt werden ist uns ja ein Rätsel. Neben dem Zoll gibt’s natürlich mehrere Möglichkeiten die Kopien für wenig Geld zu machen. Zum Glück konnten wir hier auch noch mit brasilianischem Geld bezahlen, den Bolivianos hatten wir ja noch keine. Und siehe da! Im kleinen Büro findet sich ein Konica Minolta Kopierer mit einem Océ-kleber drauf. Gemäss der Dame im Büro funktioniere das Gerät einwandfrei. Gekauft hätten sie das Gerät in der Hauptstadt Santa Cruz. Markus erinnert sich doch daran, dass Océ die alten Geräte immer ins Ausland exportiert hat. Jetzt wissen wir auch wohin. Im Verlauf der nächsten Wochen werden wir noch einige solche Geräte in den verschiedenen Städten hier in Bolivien antreffen. Na gut, mit den Kopien also zurück zu den netten Beamten, die uns dann nach einer kurzen Zeit uns Land lassen. Ausser den vielen Kopien war die Abfertigung am Zoll somit relativ unkompliziert. Einzig ärgerlich, dass wir spätestens nach 30 Tage entweder ausreisen, oder aber in einer der grossen Städte wieder das ganze Prozedere durchlaufen müssen. Scheinbar sei das aber eher unkompliziert. Die Begründung weshalb dies so strikt gehandhabt wird, haben wir nicht verstanden. Wozu dies geführt hat, hat Markus in seinem Beitrag erwähnt.

Die nächsten paar Tage in Bolivien waren wunderbar, wir sind ganz langsam die Hauptstrasse Richtung Santa Cruz gefahren, wo wir dann verschiedene Dinge erledigen wollten (neue Pneus, Auto in die Reparatur bringen, auf Stossdämpfer aus Australien warten). An einem heissen Fluss haben wir jeweils am Morgen in 40 Grad warmen Wasser gebadet, an einem wunderbaren Aussichtspunkt über dem Städtchen San Josè haben wir das Wahlwochenende abgewartet. Das erste Mal tanken war für uns in Bolivien auch sehr einfach. Dazu muss man wissen, dass in Bolivien die Tankregeln für ausländischen Autos etwas speziell sind. Wenn jemand tanken geht, dann gibt man hier immer das Autokennzeichen an. Dies ist kein Problem für bolivianische Autos, wenn das Autokennzeichen jedoch ausländisch ist, dann kann diese nur in einem speziellen System eingegeben werden. Zudem ist das Benzin hier für die Einheimischen subventioniert, ein Liter Benzin oder Diesel kostet umgerechnet knapp 50 Rappen (3.72 Bolivianos), der offizielle Preis für ausländische Autos beträgt umgerechnet 1.25 sFr (8.8 Bolivianos). Und irgendwie scheint der Vorgang für den Angestellten etwas kompliziert zu sein, sodass keiner es gerne macht. Nun schlussendlich kann somit der einfache Tankvorgang ganz verschieden ablaufen. Der einfachste Weg ist, wenn der Tankwart nichts besonders sagt, tankt und den einheimischen Preis verlangt. Der mühsamste Weg ist, wenn der Tankwart sich weigert ein ausländisches Auto aufzutanken, was durchaus häufig vorkommt. Zum Glück haben wir zwei Tanks und auch noch zwei Reservekanister dabei. Somit bringt uns solch ein Tankwart nicht gerade aus der Ruhe. Der jedoch häufigste Weg ist – wie in Bolivien meistens – der Mittelweg. Das heisst, wir tanken ohne die sogenannte Quittung zu benötigen, und der Tankwart verlangt etwas so zwischen 5 und 7 Bolivianos pro Liter. Davon gehen doch einige Bolivianos pro Liter wohl in seine Tasche. Aber so ist Bolivien. Dabei bleiben jedoch alle ganz freundlich. Auch die Polizisten können einem bei der Kontrolle durchaus sagen, dass wenn man möchte, gerne einen kleinen Obulus geben darf. Erstaunlicherweise sind sie aber auch nicht böse, wenn man es nicht tut. Vor und nach jeder grösseren Stadt gibt es hier eine Polizeikontrolle, somit war es immer spannend zu sehen, was bei der Nächsten auf einen zukommt. Insgesamt war jedoch die Polizei in Bolivien sehr nett zu uns. An die komischen und nicht immer nachvollziehbaren Zustüpfe, die man an irgendwelchen Barrieren oder Kontrollen machen muss, gewöhnt man sich rasch. Etwas offizieller sind die Mautgebühren an den Strassen, die man regelmässig begleichen muss, wofür man jedoch immer eine Quittung bekommt (auch wenn manchmal unklar bleibt, ob der Preis jeweils nur für eine Strecke, oder ob die Rückfahrt inbegriffen ist).

die Landbevölkerung scheint Evo zu unterstützen:

 

 
Unterwegs zur Lagunenroute

Nachdem wir keinerlei Probleme haben über die Berge vorwärts zu kommen, und nachdem wir glücklicherweise in Tarija feine neue Pneus für unser Turtle bekommen haben, trauen wir uns die Lagunenroute zu fahren. Wir fahren von Tarija nach Tupiza, wo wir uns nochmals mit frischen Lebensmitteln eindecken. Von dort nehmen wir nicht die direkte Strasse nach Uyuni, sondern kurven durch die Cordillera de Chichas über eine unwirkliche karge Landschaft voller Kakteen, Lamas und Vicuñas. Wir brauchen einige Tage um Uyuni zu erreichen, ganz nach dem Motto: der Weg ist das Ziel! Angeschrieben ist nichts, einmal treffen wir auch eine Strasse mit dem Schild «camino no habilitado». Wir wissen nicht recht, ob gemeint ist «auf eigene Gefahr» oder, dass man nicht durchfahren darf. Denn eigentlich sind die Wege in Bolivien immer «auf eigene Gefahr», immer wieder fallen Steine runter, Auswaschungen, Löcher im Asphalt, Baustellen, die kaum oder gar nicht angeschrieben sind, um nur einige Dinge aufzuzählen. Trotzdem entscheiden wir uns die Strasse nicht zu nehmen, insbesondere, weil wir auf dem GPS sehen, dass es eine andere gibt, die auch nach Uyuni führt. Nach etwa 2 Stunden durch die Pampa kommen wir in ein kleines Dörfchen mit einer einzigen Strasse, die heute auch gerade neu geteert wird! Dies bedeutet für uns Rückzug – und doch die Strasse nehmen, die wir zunächst meiden wollten. Am Horizont bilden sich grosse graue Wolken, Donner ist zu hören. Wir entscheiden uns anzuhalten, und die Nacht hier zu verbringen. Wir halten an, kochen was Feines uns legen uns aufs Ohr. Am frühen Morgen, nachdem das Gewitter ohne grösseren Schaden an uns vorbeigezogen ist, glaubt Markus ein Velo zu hören, welches um unser Auto herumfährt. Und tatsächlich jemand kurvt herum, und von Weitem sieht man ein älteres Pärchen in zügigem Schritt auf unser Auto zukommen. Wir stehen auf und ziehen uns an. Schon klopft es am Auto. Es sind Marcelina und Bernardino, die uns besuchen kommen. Sie möchten den Grund unserer Anwesenheit wissen, denn manchmal gibt es hier herum Diebe, die ihre Lamas mitnehmen. Nachdem wir erklären, dass wir nur am Reisen sind, hier geschlafen haben und keine Lamas mitnehmen werden, sind sie ganz freundlich und erzählen uns von ihrem Leben in dieser kalten, kargen Landschaft. Sie bleiben zu einem Tee mit viel, viel Zucker. Bald kommt auch Mario vorbei. Ueber etwas Früchte und Güetzlis freuen sich alle 3. Sie gehen nach einiger Zeit mit beschwingten Schritten und wünschen uns eine gute Reise. Das Foto, welches wir machen dürfen, müssen wir natürlich via Whatsapp einem Neffen schicken. Die neueste Technik hat auch den Altiplano in Bolivien erreicht. Die Leute hier sind Evo Morales sehr dankbar für alles, was er ihnen in den letzten Jahren gebracht hat. Es gibt Strassen, Strom, medizinische Versorgung. Aber weshalb er nun gestern ab nach Mexiko ist, fragen sie sich schon!

Nun nach dem gemeinsamen Frühstück sind wir weiter nach Uyuni gefahren, wo wir noch einige frische Lebensmittel gekauft haben und noch unseren Turtle getankt haben.

unser Campingplatz in Tarija (auch diese leiden unter der politischen Lage, da keine Reisende kommen):

 

Canyon hinter Tupiza:

 

überall begrüssen uns die kurligen Lamas:

nun fangen die Kakteen an zu blühen:

die Frauen aus dem Altiplano scheinen recht taff zu sein (immer mit viel Gepäck bergauf):

unterwegs in den Bergen von Tupiza nach Uyuni:

Frühstück mit locals:

andere locals zu Besuch:

 
Bolivien zum ersten
Reisen in Bolivien

Nach Paraguay und nach dem Pantanal in Brasilien sind wir nun in Bolivien gelandet. Es gibt hier in Bolivien ein paar Unterschiede zu den anderen Ländern, die wir in Südamerika besuchen durften. Vorab, Bolivien ist ein sehr armes Land, da habe ich mich im Voraus schon mal auf herausfordernde Situationen geistig vorbereitet. Aber Bolivien ist auch ein Land der «Toyota Landcruiser», und unser Turtle braucht ein paar Streicheleinheiten. (Pneu, Div. Filter und Dichtungen).

An der Grenze angekommen schon einmal das erste Oha. Hier geht alles elektronisch und sehr digital beim erfassen der Daten für das Visum ab. Aber trotzdem braucht es von jedem Stempel Kopien die dann zusätzlich in einem Ordner verschwinden. Und, wir bekommen nur 30 Tage Visa für unseren Turtle sowie für uns selbst. Da half alles gestikulieren und betteln nix.

 

Nun denn, wir sind in Bolivien und fahren so in das Land hinein. Warum gibt es hier soviel Poster von zwei Köpfen in der Farbe Blau und Rot? Ups, wir haben verpasst, dass hier in Bolivien Wahlen anstehen, und dies gleich am Wochenende nachdem wir ins Land einreisen. Interessanterweise erfahren wir, dass am Wahltag das Fahren auf den Strassen verboten ist, und dass gebüsst wird. Kein Problem für uns, wir suchen uns ein schönes Plätzchen und warten das Wochenende ab. Aber vorher überqueren wir eine von gefühlten 1000 Polizeikontrollen. In Südamerika wird man freundlich gestoppt, die Dokumente werden geprüft und man darf eine kleine Aufmerksamkeit abgeben, wen man will. 😊 In Bolivien liegt eine Kette über der Strasse (ohne Vorwarnung oder Schild) und am Rand sitzt der Polizist in einem kleinen Holzhäuschen, und wartet bis man ihm die Dokumente und das Geld bringt. Der Kusy weiss dies alles noch nicht und fährt, nach einer zügigen Bremsung, freundlich winkend über die Sperre und lächelt dem Polizisten zu. Der findet dass nicht so doll, und ich sehe ihn im Rückspiegel die Arme heben und wahrscheinlich schimpfen. (Zum Glück kann ich kein Spanisch). Also, Blinker stellen, U-Turn und zurück. Der  freundliche Polizist belehrt mich über Bolivien. Hier in Bolivien hält man an, bringt die Dokumente zum Polizisten (auch das Geld), kriegt einen Stempel und gute Reisewünsche, dann darf man weiter fahren. Hies das früher nicht Wegelagerei?

 

Am Montag nach den Wahlen fahren wir dann voller Tatendrang in die Stadt Santa Cruz um unserem Turtle eine Spawoche zu gönnen. Wir suchen einen Pneulieferanten und einen Mechaniker, der unseren Turbo in Augenschein nehmen soll. (Seit der letzten Revision tröpfelt leicht Oel, und in den Bergen brauchen wir einen 110% Turbo wegen der Höhe.) Wir wollten gleich den Termin für den nächsten Tag fixieren, aber langsam merken wir, dass die Wahlen zwar vorbei sind, aber dass hier doch der Wurm drin zu sein scheint. Denn gleich scheint etwas Grösseres loszugehen. Ab 12:00 Uhr Mittags gibt es einen nationalweiten Generalstreik.

 
Bolivien zum zweiten
Wir haben um Santa Cruz ein paar Dünen gefunden und warten einmal zwei Tage ab.  Wir fahren danach wieder Richtung Stadt und informieren uns in der Hoffung, dass alles wieder vorbei ist. In diesen wenigen Tagen scheint man sich leider nicht einig geworden zun sein über den Wahlausgang, und der Generalstreik geht frisch fröhlich weiter mit vielen Blockaden um etwas Druck auszuüben. Dies geht soweit, dass die Grossstädte total abgeriegelt werden, und teilweise nur noch aus der Luft versorgt werden können. Ihr habt sicher in den Medien davon gelesen.  Für uns wird es eine besondere Erfahrung, da der Generalstreik schlussendlich ofiziell ganze 21 Tage andauert, und wir nur eine Visa für 30 Tage haben. Abseits der Routen hat man nichts von den Blockaden gemerkt, die Bevölkerung war hilfreich und hat mit guten Tips geholfen, wie man diese Blockaden umfahren kann. Oder wir durften auch etwas länger bei ihnen campen und die Blockaden abwarten.

 

In Sucre wollten wir versuchen unser Visa zu verlängern, da das eine Stadt war die in der Nacht nicht ganz blockiert war. Durch fragen und entdecken eines Tanklastwagens auf dem Weg in das Stadtzentrum, haben wir es etwa um Mitternacht geschafft in die Stadt zu kommen. Am nächsten Morgen war wieder alles total bockiert und nur zu Fuss Möglich sich zu bewegen. Zu unserem Pech, haben aber auch die Ämter Ihren Dienst aufgegeben. Wir haben auch erfahren das die Zoll Übergänge gesperrt worden sind. Was nun? Wir warten wieder die Nacht ab und schleichen uns aus der Stadt Richtung Tarija. Die Stadt soll offen sein und da gibgt es endlich Pneu’s. Wir hatten Glück, die Stadt war offen, aber nur über das Wochenende. Termin mit Pneu Händler abgemacht von Unterwegs und gleich Pneus bestellt. Angekommen, montiert, Photoshooting  für das Facebook und ab auf einen Stellplatz der sicher war um die Nacht zu geniessen. (Braucht ein zwei Bierchen). Am  Sonntag fuhren wir weiter nach Uyuni um unser Visa Problem anzugehen. Das Amt für Immigration war sogar geöffnet, jedoch Darf der Beamte kein Visa (Tip) für unser Auto ausstellen. Das darf und kann nur das Amt Aduana. Die nächste Möglichkeit um alle unsere Dokumente zu aktualisieren war nun der Zoll in den Bergen zwischen Chile und Bolivien, zum Glück nur 3 Autostunden entfernt. Los geht es und wir versuchen unser Glück dort. Gut angekommen und motiviert, wurden wir gleich wieder enttäuscht. Der kurz angebundene Beamte teilte uns mit, wir müssen Bolivien verlassen und neu einreisen, das Auto habe aber ja 90 Tage bekommen, nur wir müssen über den Zoll. Da löste es uns den Zapfen am Vulkan, und es gab eine kurze heftige Erruption: Deine Kollegin von dem anderen Zoll hat nach mehrmaligem Nachfragen nur 30 Tage für uns und das Auto gegeben. Nun löse bitte den Fehler Deiner Kollegin umgehend!

Geht nicht meinte er, nur wen der «Aduana» für unser Auto zuerst den Tip verlängert dan könne er eventuell uns behilflich sein. ☹ Also rüber zum Aduana und Terror machen. Kaum durch die Tür gekommen, tönt es schon aus dem Schalter. «First Immigration after Aduana»!! Das löst gleich den zweiten Vulkan ausbruch aus. Ihr Kollege von der Immigration schickt uns zu Ihnen, First Aduana after Immigration!! Übrigens waren die Beamten fast nicht zu verstehen, waren alle am Glace geniessen. Nach 10 Min. Terror war plötzlich alles kein Problem mehr, 60 Tage für das Auto und zurück zur Immigration. Und siehe da, Null Problemo. Das Visa wurde ohne Diskussion verlängert ohne Grenzübertritt. So jetzt verschnaufen, Stöpsel auf den Vulkan und weiter die schönen Lagunen und Gebirge von Bolivien genissen ohne Stress und politischen Auseinandersetzungen.

 

Wer Australien mag, kann von Bolivien nur begeistert sein. Bolivien steht Australien farblich sehr Nahe, hat aber trotz dem seinen eigenen Charm.

 

Nach etlichen Tagen in den Pampas von Bolivien fuhren wir zurück nach Santa Cruz um unsere bestellten Ersatzteile abzuholen. Leider haben wir nun erfahren, dass die politischen Probleme noch bestehen und nun das Miltär zum Einsatz kommt. Es wird nun Zeit für uns Bolivien durch das Hinterland zu verlassen und trotz dem die wunderschönen Eindrücke der Menschen und Landschaft mit uns mitzunehmen. Bolivien ist und war eine wunderschöne Reisedestination für mich.

 
Das südliche Pantanal in Brasilien

Nach dem paraguayischen Chaco haben wir das Land Richtung Osten nach Brasilien verlassen. Die Grenze in Pedro Juan Caballero war gar keine richtige Grenze wie wir sie bisher von Südamerika kennen. Die Zollhäuser waren kaum angeschrieben und kaum zu finden, keinen interessiert wer von wo nach wohin fährt. Alles steht im Namen des Konsums. Auf der rechten Seite Shopping China noch auf paraguayischem Boden, links andere kleine Läden, wo bereits brasilianischer SingSang tönt. Die Einreisestempel für Brasilien mussten wir am Flughafen holen, und die temporäre Einfuhrerlaubnis fürs Auto am anderen Ende der Stadt bei sowas wie einem Zollfreilager. Na gut, aber auch diese Grenze konnten wir eigentlich ohne Probleme passieren. Am nächsten Tag haben wir in einer kleinen Stadt mit dem schönen Namen Maracaju zunächst einen Barbier aufgesucht, der sich mit viel Elan an Markus Kopf verwirklicht hat, und danach eine Damencoiffeuse, die bei grosser Hitze Blut geschwitzt hat, weil ich die Haare immer kürzer wollte. Irgendwie ist das die einzige Methode möglichst wenig grau im Spiegel zu sehen. Auf dem Weg nach Bonito, einem kleinen touristischen Ort südlich vom Pantanal haben wir einen wunderschönen Campingplatz gefunden, wo wir im Rio da Prata (Silberfluss) mit coolen Fischen schwimmen konnten. Das Wasser war schön erfrischend und vorallem wunderbar klar. In den umgebenden Bäumen konnten wir sogar Nasenbären und Affen sehen. Wir hatten den ganzen Fluss praktisch für uns. Aber unser Ziel war eigentlich das südliche Pantanal, welches etwas nördlicher von Bonito beginnt. Pantanal bedeutet auf portugisisch Sumpf. Das Pantanal ist ein Ueberschwemmgebiet des grossen Flusses Paraguay und dessen Arme. Nach der Regenzeit muss wohl ein grosser Teil des Gebietes unter Wasser stehen, jetzt in der Trockenzeit finden sich nur einzelne Lagunen, die noch mit Wasser gefüllt sind. Diese Lagunen dienen den Tieren als Wasserreservoir, weshalb man hier auch Tiere gut beobachten kann. Die meisten Leute kommen ins Pantanal, besuchen eine Lodge für einige Tage und machen hier verschiedene Aktivitäten wie Bootsfahrten, Jeepfahrten, Piranhasfischen, Trekking. Ohne diese geführte Touren ist es fast unmöglich das Pantanal zu erkunden, da der Zugang zu den Lagunen und zu den Flüssen meistens nur über die Fazendas (Farmen) ist. Einfach nur camping bieten nur wenige an. Aber wir wären nicht wir, wenn wir nicht doch einen Weg gefunden hätten. Wir sind zunächst auf einer Erdstrasse entlang der östlichen Kordillere Richtung Norden gefahren, wo wir bereits sehr viele Tiere von der Strasse aus sehen konnten: Kaimane, Capybaras (Wasserschweine), Füchse, Tukane, andere Vögeln in Fülle. Danach haben wir auf der Karte eine Strasse gefunden, die direkt mitten ins Pantanal führt, aber ohne Durchgang. Wir haben uns gedacht, dass wir dieser Erdstrasse mal entlang fahren, solange es geht und dann wieder kehrt machen. Der letzte Teil der Strasse war noch im Bau. Die Baustellen hier in Südamerika sind immer sehr speziell gekennzeichnet, nämlich gar nicht. Und meisten ist die Baustelle auch verlassen, das heisst weit und breit keine Bauarbeiter. Und dies nicht nur zur Siestazeit. Dann kommt plötzlich eine Umleitung, die aber später nie wieder signalisiert ist. Die Umleitung führt sozusagen ins Nirgendwo. So sind wir also doch mitten im Pantanal gelandet, wo wir viele Lagunen gefunden haben. Die pantaneiros (Einheimische des Pantanals), die wir unterwegs nach dem Weg gefragt haben, waren alle sehr nett zu uns, und haben und immer den Weg bis zur nächsten Fazenda beschrieben. Meistens ging es geradeaus, der Weg sei nicht zu verfehlen, immer den Spuren nach. Es war eine Sandpiste und häufig ein wenig vom Winde verweht. Nach 3 wunderschönen Tagen «lost in the pantanal» haben wir wieder eine Erdstrasse gefunden. Die Fazendas, die wir finden sollten, haben wir nicht immer gefunden, aber wir haben andere gefunden. Die Leute waren sehr nett, und immer für ein Schwätzchen zu haben. Auf der Fazenda mit dem schönen Namen «aguassul» haben wir sogar ihre ersten reifen Mangos von den schattenspendenden Mangobäumen im Garten geschenkt bekommen. Dies jedoch nicht, ohne mit uns zunächst eine kleine Sightseeingtour durch die Farm zu machen, wo es sogar eine coole, kleine Kapelle gab. Zum Abschluss haben wir noch eine feine Lodge gefunden, wo wir campen durften und wo wir uns für eine Bootsfahrt am nächsten Tag angemeldet haben. Früh um 7:30 sind wir dann auf dem Mirandafluss mit einem kleinen Boot entlanggetuckert. Da der andere erwartete Gast gar nicht erschienen ist, waren Markus und ich alleine mit dem guide Toni unterwegs.

Die Erdstrasse im Osten des Pantanals Richtung Rio Verde mit einer der vielen Holzbrücken:

 Tukane:

Der Schwarzarassari (auch ein Tukan):

Einer der vielen schönen Standplätze:

wo ist der Fluss?

die kleinen Lagunen voller Tierleben:

der grosse Ameisenbär kreuzt einfach unsere Strasse:

eine kleine Libelle:

verspielte kleine Nasenbären, die grossen Lärm im Wald machen, aber sofort wegspringen, wenn man sich nähert:

immer wieder die wunderschönen Jabirus:

und plötzlich läuft einfach so vor unserem Auto auf offener Wiese ein Puma:

sogar den grossen Flussbiber haben wir sehen können:

und immer wieder Gürteltierchen:

aber auch die eindrücklichen und geschwätzigen Aras:

diesmal im Flug:

die kleinen Käuzchen haben uns immer wieder auf dem Weg begleitet:

der Weg durch die Fazendas:

und nochmals ein süsser Nasenbär:

und weil er ganz eindrücklich ist nochmals ein grosser Ameisenbär:

 
Defensores del Chaco

Am nächsten Tag sind wir tiefer in den Chaco eingedrungen. Der Nationalpark «Defensores del Chaco» befindet sich etwa 200 km nördlicher und ist sehr wenig besucht. Das Richtige für uns. Campen wollten wir Mitten im Nationalpark, wo wir 5 km von der Hauptstrasse weg einen Campingplatz vermutet haben. Auf dem Weg dorthin sind wir nur einigen Lastwagen begegnet, die von den südlich gelegenen Farmen in die Stadt fuhren, wohl beladen mit Rindern. Auf dem Campingplatz haben wir eigentlich niemanden erwartet. 2 km vor der Ankunft kommen uns jedoch zwei gut ausgerüstete Wanderer entgegen. Woher kommen die denn? Der Mann meint auf Englisch, wir können nicht durchfahren, da sie mit dem Auto mitten im Weg im Schlamm stecken geblieben seien, und das Auto somit den Weg versperre. Ich frage ihn, ob er gerne Unterstützung hätte, um wieder rauszukommen. Witzig ist, dass Manuel und Sophie, so heissen die Beiden, Schweizer sind und aus Müllingen stammen, also dem Dörfchen neben Lupfig. So ein Zufall! Einige Zeit später, nach dem wir ihren Toyota Hilux aus dem Schlamm ziehen konnten, sind wir zusammen an einen weiter östlich gelegenen Campingplatz vom Nationalpark gefahren um zu übernachten, nicht aber ohne zuvor noch zusammen ein Bierchen zu trinken und auf die Zufälle im Leben anzustossen. Sophie und Manuel sind sogenannte «mammal watcher». Sie verbringen ihre Ferien an Orten auf dieser Welt, wo man Säugetiere in freier Natur beobachten kann. Manuel liebt Wildkatzen, weshalb sie eigentlich in den Chaco gekommen sind. Am Tag zuvor haben sie tatsächlich einen Jaguar gesehen. Und an diesem Abend konnten wir tatäschlich einen Ozelot sehen. Sophie mag Bären, weshalb sie nächstens nach China reisen werden, um dort Pandas zu beobachten. Wir verbringen zusammen wunderbare 5 Tage mit nächtlichen Eskapaden, um unterwegs Wildtiere zu sehen. Nach diesen Tagen verabschieden wir uns voneinander, freuen uns die Zwei dann wieder irgendwann im Nachbardort zu treffen. Danke Sophie und Manuel, dass ihr Eure Zeit und Eure Leidenschaft mit uns geteilt habt. Wir wünschen Euch viel Erfolg und viele, viele weitere Sichtungen!

eine grosse Landschildkröte überquert die Strasse:

wir fühlen uns beobachtet:

ein Gürteltier:

Nagetiere unterwegs:

Greifvögel:

aber auch Reptilien:

Und die tausend Taranteln haben wir erfolgreich ignoriert und nicht fotographiert!

 
Der paraguayische Chaco
Der Gran Chaco oder auch kurz Chaco genannt ist eine Region mit einer Nord-Süd Ausdehnung von ca. 2.100km und einer Ost-West Ausdehnung von ca. 600km. Man kann ihn am einfachsten als eine schiefe Ebene bezeichnen, die langsam von den Anden und den Regenwäldern der Yungas im Westen zum Rio Paraguay und Rio Paranà im Osten hin abfällt. Im Süden geht der Chaco langsam in die Pampa über. Im Norden verläuft die Grenze entlang der Hügelketten zur Amazonasregion auch hier bis zum Rio Paraguay im Mato Grosso (Brasilien).

Der Name Chaco läßt sich wohl auf chaku für "Treibjagd“ oder chaqu für "baumlose Ebene“ aus der indigenen Sprache Quechua zurück.

Nach einem kurzen Abstecher in den argentinischen Chaco wollten wir natürlich auch den paraguayischen Chaco etwas erkunden. Dieser beginnt gerade hinter Asunciòn und die Ruta 9, die sogenannte Transchaco führt uns mitten rein. Zunächst besuchen wir die interessanten Mennonitenstädte des Chacos. In Filadelfia lassen wir uns sogar zu einem Museumsbesuch verleiten. Die Geschichte der Einwanderung der Mennoniten hierhin in den Chaco ist eine interessante Geschichte. Nach 7 Monate nur spanischer Sprache in den Ohren hören wir hier nun an jeder Strassenecke die deutsche Sprache, teilweise verstehen wir sie, teilweise nicht, dann wenn die Leute untereinander Plattdeutsch sprechen. In einem Kaffee können wir sogar ein gutes Stück Sahnekäsekuchen schlabbern. Die Führung im Museum war natürlich auch auf Deutsch. Lange bleiben wir nicht, denn deutsche Sprache in Paraguay zu hören fühlt sich etwas schräg an. Aber es kommt noch besser, wir wollen noch die Rosaleda Siedlung besuchen. Hier leben doch tatsächlich einige Schweizer in einer Kolonie. Es sind keine Mennoniten, sondern ganz kurlige Schweizer, denen es wohl in der Schweiz zu eng wurde. Auch uns wurde es hier rasch zu eng, denn der erste Abend auf dem Campingplatz mit Besuch des Restaurants ist wie ein flashback in ein berner Dorf mit Platz am Stammtisch, ein ziemlich angetrunkener im Hintergrund, biertrinkende rauchende über schweizer Politik sprechende Berner am Tisch und ein Wirt, der alles besser weiss. Für solche Begegnungen hätten wir nicht so lange auf Reisen müssen. Also nix wie weg.

auch im Chaco gibt es Flaschenbäume, hier werden sie "palo borracho" genannt:

auch hier gibt es wunderschöne Sonnenuntergänge:

ein riesiges Papageiennest:

Wir lieben die schönen Flaschenbäume:

 
Der Kult des Mate-Tees

In Chile haben wir die Mate-Tee-Trinker noch selten angetroffen, in Argentinien ist die Mate-Tradition gross. Jeder trinkt Mate, und jeder hat seine Utensilien immer und überall dabei. Hier wird der Mate vorallem heiss getrunken, im Norden Argentiniens werden die Thermoskrüge grösser und verwandeln sich zu Kühler, denn hier und vorallem auch in Paraguay wird der Mate eher kalt getrunken. Genannt wird er dann Tereré.

Hier einige Alltags-Impressionen:

immer dabei, das schön kalte Wasser für den Tereré:

schon die Kleinsten trinken ihn:

Fremde werden immer wieder dazu eingeladen:

Die typische Mate-Tasse, hier etwas vergrössert:

 
Iguazu und Co
Ciudad del Este liegt gerade neben Foz do Iguaçu, dieses Wiederum ist der Ausgangspunkt für einen Besuch der Iguazu-Wasserfälle. Nun haben wir also wirklich keine Ausrede mehr diese grossen Wasserfälle zu besuchen. Zum Glück haben wir gerade neben dran einen superschönen Campingplatz auf dem Hinterhof eines Hostels mit Swimmingpool und sogar mit Frühstück. Wir haben diese schöne Anlage fast mehr genossen, als den Besuch bei den Iguazufällen. Iguazu ist Guarani und heisst folgendes: y steht für Wasser und guasu für gross. Die Wasserfälle bestehen aus 20 grossen und 255 kleiners Wasserfällen auf einer Ausdehnung von 277 km. Durch die Wasserfälle verläuft in Längsrichtung die Grenze zwischen Argentinien und Brasilien. Von beiden Seiten her kann man die Fälle besuchen. Wir haben uns für die brasilianische Seite entschieden. Wir konnten es trotz den vielen Leuten sehr geniessen. Die Wasserfälle sind sehr eindrücklich, aber schaut doch selber.

Einige Tage davor waren wir auf dem Weg nach Ciudad del Este bei den Ñacunday Wasserfällen, welche uns auch sehr gut gefallen haben. Wir konnten direkt über den Fällen campen und diese somit mit verschiedenem Tageslicht geniessen. In Ciudad del Este gibt es dann noch die Monday Wasserfälle.

Die Iguazu-Wasserfälle von der brasilianischen Seite:

Monday:

Ñacunday:

 
Die Fortsetzung
Die Freude hält kurz an, schon bei der Ankunft auf dem Campingplatz sieht Markus, dass eine neue Stelle am Motor undicht ist, und Oel sabbert.

Also nächste Zusammenfassung: ein Problem behoben, 3 neue Probleme entstanden! Ganz so auf die Südamerikanische Art. Todo bien? No hay problema, no te preocupes.

Wir gehen am Samstag wieder bei Jorge vorbei und zeigen ihm das auslaufende Oel. Er ist nur mässig beunruhigt und bestellt uns für am Montag Morgen wieder in die Werkstatt. Das Wochenende verbringen wir auf dem Parkplatz von dem Club sozial Acaray, wo wir bereits vor einigen Tagen herzlich empfangen wurden. Der schöne Platz steht mit seinen Grillplätzen Clubmitgliedern zu Verfügung um Geburtstage, Hochzeiten, Versammlungen und weitere Veranstaltungen zu feiern. Reisende sind hier aber immer willkommen. Wir verbringen den Abend mit zwei jungen Venezolaner. Dazu kommt noch ein spanisches Pärchen mit einem riesigen Lastwagen. Am Abend werden wir noch von Raùl für am Sonntag zu einer Veranstaltung eingeladen. Liebhaber von alten Autos, insbesondere VW treffen sich. Da die Venezolaner in einem VW Kombi unterwegs sind, werden sie dazu eingeladen ihr Auto dort zu zeigen. Wir sollen auch gleich mitkommen. Es wird ein lustiger, wenn auch wegen der grossen Hitze und der mässig guten Organisation ein sehr anstrengender Tag. Wir lernen aber viele Paraguayer kennen. Sie sind alle sehr herzlich, sodass wir uns sehr willkommen fühlen. Die Venezolaner machen «arepas», ihre typische Landesspeise – Maisfladen mit diversen Füllungen -. Auf dem Platz vom Club acaray haben wir einige Tage zuvor auch Stefan und Maria kennengelernt. Ein Deutscher und eine Oesterreicherin, die schon seit sehr vielen Jahren reisen. Bis vor kurzem vorallem in Afrika, sie haben auch einen Landcruiser mt einem ähnlichen Dach wie wir. Das Auto hat ein Kennzeichen von Namibia. Wir teilen unsere Reisegeschichten – Afrika! Ein weiterer Kontinent, welcher uns träumen lässt.

Unser namibischer Kumpane:

Die Venezolaner am arepas machen:

Oldtimer-Ausstellung:

Am Montag Morgen geht’s wieder in die Garage, wo der Uebeltäter bald gefunden ist, eine weitere Dichtung ist gerissen. Der Toyotahändler musste diese in Asunciòn bestellen für den nächsten Tag um 10:00. Das hatten wir doch schon, das bedeutet nun mal wieder eine weitere Nacht in der Garage schlafen. Schön, dass wir das dürfen, und wir nicht alles umpacken und ein Hotel suchen müssen. Wir verbringen den Tag im Schatten im Park und beim Schoppen. Es ist zu heiss und zu feucht um lange Spaziergänge in der Stadt zu unternehmen. Am nächsten Tag stehen wir früh auf, lassen die Jungs in Ruhe arbeiten und hoffen auf gutes Karma. Gegen Mittag kommen wir wieder – und siehe da: alles funktioniert wieder! Dichtung passt und ist dicht, Heizung funktioniert immer noch und turtle springt an. Juhu! Wir können weiterfahren! Danke Jorge und dem Team. Auch wenn die Arbeitsart und -moral uns etwas staunen lässt, wenn man es schafft nicht die Krise zu schieben beim zuschauen – das Ergebnis lässt sich sehen – auch wenn die Leistung etwas zu wünschen übrig lässt – 5 Tage für zwei Dichtungen!

Zuweilen hat die Arbeitsmoral so ausgesehen:

ABER Fazit nach nun 250 km fahren: unser turtle ist wieder kontinent!  Jorge versteht seinen Job auch wenn seine Arbeitseinstellung und seine Personalführung etwas gewöhnungsbedürftig ist.

 

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